Vergangenes

„Ich habe in meinem Leben zweieinhalb Sportheime gebaut“

Wer sich für die Geschichte der Sportfreunde Gellmersbach interessiert, der kommt um einen Namen nicht herum: Friedrich „Frieder“ Hohly. Er war nicht nur federführend bei der Gründung 1977, sondern prägte auch als erster Vorsitzender oder Abteilungsleiter den Verein maßgeblich.

Von Karin Freudenberger

 

Seit mehreren Jahrhunderten schon ist der Name Hohly in Gellmersbach ansässig. Als der kleine Frieder schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für Fußball entdeckte und zunächst beim Nachbarverein VfL Eberstadt in der Mannschaft spielte, merkte er schnell, welche Lücke in seinem Heimatdorf existiert.

Mit Gellmersbacher Freunden hatte er zwar schon eine Stammtischmannschaft gegründet, die in Weinsberg oder auf dem Weissenhof trainierte und spielte, doch die Legitimierung fehlte.

Den letzten Anstoß dazu gab der damalige Gellmersbacher Ortsvorsteher Ludwig Bauer. „Gründet einen Sportverein, dann baut die Stadt Weinsberg euch einen Sportplatz.“ Diese Worte richtete er an Hohly nach der Gellmersbacher Eingemeindung im Januar 1975. So kam es, dass 53 Gellmersbacher am 20. August 1977 die „Sportfreunde“ aus der Taufe hoben, dessen Vorsitzender selbstverständlich Frieder Hohly wurde.

Der war zu diesem Zeitpunkt übrigens bereits „Sportheimbesitzer“. Um den Stammtischkickern ein Dach über dem Kopf zu bieten, hatte er sein ehemaliges Elternhaus in der Berggasse umgebaut. Aus der Waschküche waren Duschen geworden, das Schlafzimmer diente als Umkleidekabine, das Wohnzimmer als Versammlungsraum.

In den Folgejahren fungierte das Gellmersbacher Urgestein also nicht nur als Vereinschef und rechter Verteidiger, sondern auch als Chef des „Hotel Fritz“.

Als der Verein die leer gewordene ehemalige Grundschule zum Vereinsheim umbauen durfte, war wieder Hohly die treibende Kraft. Und einige Jahre später sah man ihn Wochenende für Wochenende auf der Baustelle des neuen Sportheims. „Ich habe in meinem Leben schon zweieinhalb Sportheime gebaut“, kommentiert der 56-Jährige lächelnd.

Nicht wegzudenken ist er auch von den vielen Vereinsfesten. Ob als Organisator beim Hallenweindorf des Fördervereins, dessen Vorsitzender er ebenfalls viele Jahre war, beim Straßenfest oder beim Hoffest - stets ist die zupackende fachmännische Hand des gelernten Gas- und Wasserinstallateurs gefragt.

Seine Fähigkeiten hat auch die Stadt Weinsberg erkannt. Seit 1986 ist er im Städtischen Bauhof tätig, seit 1999 dessen Leiter. Und damit beispielsweise zuständig für den Personaleinsatz von 28 Mitarbeitern und für die Unterhaltung von 120 Haushaltsstellen wie Gebäude, Wege, Sportplätze bis hin zu den öffentlichen Müllkörben.

Bei extremen Witterungsbedingungen kann es passieren, dass Hohlys Arbeitstag um 4 Uhr beginnt und um 21 Uhr mit dem letzten Winterdienst endet. Regelmäßig sitzt er auch bei Ratssitzungen auf der Zuhörertribüne.

 

Findet der Vielbeschäftigte doch noch etwas Freizeit, geht er gerne Wandern und betreibt Langlauf oder Nordic Walking. Außerdem ist er bekennender Hobbywengerter, der natürlich ein gutes Tröpfchen liebt. Für seine zahlreichen Verdienste erhielt Hohly unter anderem die Landesehrennadel und die silberne Ehrennadel des Württembergischen Fußballverbandes.

Vereinsjubiläum 40jähriges

Sportfreunde Gellmersbach feiern 40-jähriges Jubiläum 
Eigentlich sind 40 Jahre für einen Sportverein noch kein biblisches Alter und damit kein Grund zu einer ganz großen Feier. Wenn dieser Verein allerdings in einem Dorf mit 1000 Einwohnern beheimatet ist und 400 Mitglieder hat, dann ist das doch etwas Besonderes. Der erste Vorsitzende Walter Streit ließ keinen Zweifel daran, dass er und seine Vereinskollegen das Jubiläumswochenende gerne organisiert hatten. Von Karin Freudenberger

Von der Stammtischrunde zum Ligabetrieb

Männern, die gerne Fußball spielten, saßen damals beisammen. Frieder Hohly, Dieter Simmert und Günther Grund waren die "Topkicker" dieser Elf, die lieber regelmäßig trainiert und gespielt hätten. Ortsvorsteher Ludwig Bauer äußerte bei Bürgermeister Jürgen Klatte die Bitte, ob in Gellmersbach ein Sportplatz gebaut werden könnte. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Weinsberger Teilort nur den Bolzplatz vor der Dorfschule. Klattes Antwort hatte es in sich. "Er forderte uns auf, erst einen Fußballverein zu gründen.